„Menschen kaufen“ – als gesellschaftliche Realität?

Europäischer Tag gegen Menschenhandel am 17.10.

17.10.2018
Emilia Müller und Burkhard Haneke nach dem politischen Vortrag bei der offenen Diskussion (Bild: Simon Korbella)
Emilia Müller und Burkhard Haneke nach dem politischen Vortrag bei der offenen Diskussion (Bild: Simon Korbella)

Anlässlich des europäischen Tages gegen Menschenhandel lud Prof. Ursula Männle, Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung, gemeinsam mit Renovabis-Geschäftsführer Burkhard Haneke zur Fachtagung „Menschen kaufen – Als gesellschaftliche Realität“ ein. Staatsministerin a.D. und bayerischen KDFB-Vorsitzenden Emilia Müller zeigte im Rahmen der Veranstaltung die Rolle der Politik im Kampf gegen Frauenhandel auf. 

„Dass dieses Thema in unserer heutigen Zeit immer noch so aktuell ist, ist beschämend“, so die ehemalige Sozialministerin in ihrem Vortrag und machte deutlich: „Der Handel mit Menschen zur sexuellen Ausbeutung gilt mittlerweile als lukrativer als der Drogen- und Waffenhandel.“ Diese traurige Realität existiert global. „Einen wichtigen Schritt im Kampf gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution haben wir in Deutschland mit dem Prostituiertenschutzgesetz gemacht, das Mitte 2017 in Kraft getreten ist“, so Müller, die bereits in ihrer Funktion als bayerische Europaministerin darauf hingearbeitet hatte, Menschenhandel zu bekämpfen und Opfer zu schützen.

Auch in ihrer neuen Funktion als neue Vorsitzende des größten Frauenbundes in Bayern, dem KDFB, wird Müller weiter an diesem Thema dranbleiben. So fordert der Katholische Frauenbund u.a. zumindest eine Altersgrenze von 21 Jahren, da gerade junge Menschen leichter manipuliert und ausgebeutet werden können.

Neben der Staatsministerin a.D. waren zum Vortrag Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Fachbereichen geladen. So nahm Frau Prof. Dr. Elke Mack, Professorin für Christliche Sozialwissenschaft und Sozialethik an der Universität Erfurt, aus ethnischer Perspektive Stellung zum Thema und zeigte auf, wie groß das Ausmaß an Leid von Mädchen und Frauen auch heute noch ist.

Prof. Dr. Jakob Pastötter, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung führte die Anwesenden durch einen spannenden Vortrag über die Sexualität im Wandel der Zeit und die Rolle der Prostitution in  der Gesellschaft.

Die Solidaritätsaktion Renovabis ist eine Aktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa. Das Aktionsbündnis gegen Menschenhandel besteht aus einem Zusammenschluss von rund 20 Organisationen, Verbänden und Beratungsstellen aus dem bayerischen Raum mit dem Ziel, gemeinsam Aufklärungsarbeit, Aktionen, Veranstaltungen und Kampagnen gegen den Frauenhandel durchzuführen.

Weitere Informationen zu diesen Organisationen finden sie hier.