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Aktuelles
08.03.2017, 12:00 Uhr
Lang erkämpfte Freiheiten nicht durch falsch verstandenen Optimierungszwang aufs Spiel setzen
Weltfrauentag am 8. März 2017
Frauen haben sich über Jahrhunderte hinweg ihre Freiheiten in vielen kleinen Schritten erkämpft. Sie haben buchstäblich das Korsett abgelegt. Bayerns Sozialministerin Emilia Müller warnte daher zum Weltfrauentags vor einem Optimierungszwang.
Bild: StMAS
„Gerade Frauen sollen möglichst gut aussehen, fit sein und eine gute Figur machen. Fotos und Berichte von äußerlich scheinbar makellosen Menschen geben hier immer häufiger die Richtung vor.
In Zeiten, wo jedes Bild unbegrenzt bearbeitet werden kann, müssen wir das umso kritischer hinterfragen", so Staatsministerin Emilia Müller.


Vor 100 Jahren haben sich Frauen von dem äußeren Korsett befreit. "Wir dürfen jetzt nicht ein neues inneres Korsett der Perfektion, ewigen Jugend und Fitness anlegen", warnte die Ministerin und weiter: "Ich finde es auch nicht erstrebenswert, in einer durchnormierten Gesellschaft zu leben. Wir Menschen sind individuell und das dürfen wir auch zeigen."

Unter dem Motto ‚Unser Körper – frei für neue Zwänge?‘ diskutierte die Ministerin gemeinsam mit Prof. Dr. Paula-Irene Villa von der Ludwig-Maximilian-Universität in einer hochkarätig besetzten Runde, an der auch die ehemalige Profisportlerin Dr. Christine Theiss teilnahm, über Vorteile und Risiken des neuen Körperbewusstseins.

Prof. Villa ergänzte: „Menschen können aufgrund ihrer sozialen Natur beziehungsweise ihrer natürlichen Sozialität den eigenen Körper gestalten. Gerade Frauen haben sich in diesem Bereich wichtige Freiheiten und Gestaltungsoptionen erkämpft. Doch bergen neue Sichtbarkeiten auch neue Zwänge. Daher gilt es, uns alle und die Gesellschaft für die Ambivalenz von Körpergestaltungen zu sensibilisieren.“